Der VEV - wir über uns
Abwasserverband Adelebsen - Ein kurzer geschichtlicher Rückblick
Ende 1963 gab es erste Überlegungen zwischen den Gemeinden Adelebsen, Lödingsen und Wibbecke über eine gemeinsame Abwasserbehandlung in der damals neu errichteten Kläranlage in Adelebsen. Die Bürgermeister und Gemeindedirektoren der damals selbstständigen Gemeinden trafen sich dazu mit Vertretern des Landkreises Northeim und des Wasserwirtschaftsamtes Göttingen.
Ein Ingenieurbüro stellte daraufhin die notwendigen Unterlagen für einen Abwasserverband zusammen. Da nun auch die Gemeinden Hettensen und Asche Interesse bekundeten, zog sich die Ausarbeitung und technische Planung bis 1967 hin und am 28.09.1967 wurde in der ehemaligen Gastwirtschaft „Zur Post“ der Abwasserverband Adelebsen gegründet.
Zum Unternehmen des Abwasserverbandes gehörte nun der Ausbau der Ortskanalisationen in den selbstständigen Gemeinden Lödingsen, Wibbecke, Asche, und Hettensen mit den zugehörigen Transportkanälen und der notwendigen Erweiterung der Kläranlage Adelebsen auf ca. 10.000 Einwohnergleichwerte. Spannend war allerdings, dass ausgerechnet die Gemeinde Adelebsen ihr schon vorhandenes Schmutzwassernetz nicht an den Verband übergab.
Aufgrund der 1972 begonnenen Gebiets- und Verwaltungsreform gab es am 28.09.1973 eine neue Satzung. Die Stadt Hardegsen (für Asche und Hettensen) und der Flecken Adelebsen (für Adelebsen, Lödingsen und Wibbecke), jetzt neu im Landkreis Göttingen, traten die Rechtsnachfolge der ehemaligen selbstständigen Gemeinden an. In Zuge der Reform wurde das Verbandsgebiet um die Ortschaften Güntersen und Eberhausen erweitert.
Am 08.11.1978 nach erneuter Satzungsänderung kam auch der Ort Barterode hinzu und auch das Schmutzwassernetz von Adelebsen wurde endlich in den Abwasserverband eingebunden. Einzig der Ort Erbsen entsorgt bis heute sein Schmutzwasser in Richtung Abwasserverband Harstetal.
Die Kosten der ersten Anlagen beliefen sich auf ca. 23 Millionen DM, die teils durch Kredite aber auch mit Landes- und Bundesmitteln finanziert wurden.
Die Verbandsorgane waren der von den Räten bestimmte Ausschuss, der vom Ausschuss gewählte Vorstand und der Verbandsvorsteher. Damals wurden drei Mitarbeiter direkt vom Abwasserverband beschäftigt. Der damalige Gemeindedirektor war gleichzeitig Verbandsvorsteher.
Übergang in den Ver- und Entsorgungsverband Adelebsen
Am 01.01.1999 wurde aus dem Abwasserverband Adelebsen der Ver- und Entsorgungsverband Adelebsen.
Die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Trinkwasser kam hinzu. Es werden alle Orte des Fleckens komplett versorgt, mit Ausnahme von Barterode (eigener Wasserbeschaffungsverband). Allerdings bekommt der WBV Barterode 45% Trinkwasser-Zulieferung durch den VEV Adelebsen.
Auch die Unterhaltung der Regenwasserkanäle in allen sieben Orten wurde vom Flecken Adelebsen als Aufgabe an uns übergeben.
Der VEV Adelebsen hat für die übertragenen TW- und RW-Anlagen und -Kanäle den damaligen Buchwert an den Flecken Adelebsen zahlen müssen und alle dafür laufenden Kredite übernehmen müssen. Das hat den damaligen Gemeindehaushalt zwar erheblich entlastet, dafür musste der VEV allerdings diese zusätzlichen Kosten über die Preise bis heute (über den Flecken Adelebsen) an alle Bürger*innen weitergeben.
Gesteuert wurde der VEV Adelebsen bis Oktober 2021 durch einen Ausschuss aus 16 Mitgliedern (10 Flecken Adelebsen, 6 Stadt Hardegsen), die von den Räten des Flecken Adelebsen, bzw. der Stadt Hardegsen gewählt wurden. Seit 22.10.21, nach der erfolgter Satzungserneuerung, besteht der Ausschuss nur noch aus 12 Mitgliedern (8 FlAd. und 4 Hard.).
Der Ausschuss wiederum wählt einen Vorstand aus 6 Mitgliedern (4 FlAd., 2 Hard.) dessen Vorsitzende*r gleichzeitig der Verbandsvorsteher*in (VV) des VEV Adelebsen ist. Alle Mitglieder der Gremien sind ehrenamtlich tätig, ebenso Geschäftsführer*in (GF) und Verbandstechniker*in (VT), falls diese Posten besetzt werden.
Der VEV ist ein Wasser- und Bodenverband und eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Seine Angelegenheiten regelt der VEV in eigener Verantwortung. Die Gebührenhoheit liegt allerdings bei den beiden Verbandsmitgliedern, der Stadt Hardegsen und dem Flecken Adelebsen. Die Rechtsaufsicht liegt beim Landkreis Göttingen.
Laufender Betrieb, Personal und Unterhaltungskosten
Unter Leitung des Verbandsvorstehers und Geschäftsführers waren bis Ende 2023 für den VEV Adelebsen ein Wassermeister (Trinkwasser), ein Abwassermeister (Schmutz- und Regenwasser), drei techn. Fachkräfte in Vollzeit (davon eine Kraft in der Wassermeisterausbildung), die Assistentin der Leitung und eine Reinigungsfachkraft in Teilzeit tätig.
2024 ging der bisherige Wassermeister in den Ruhestand, blieb uns aber mit rund 4 Wochenstunden bis heute erhalten. Auch unser ehemaliger Ver- und Entsorgermeister unterstützt noch uns stundenweise bei Bedarf.
Der neue Wassermeister hatte seine Ausbildung abgeschlossen und hängte noch einige Wochen Schule für den Rohrnetzmeister dran. Weiter dabei sind der Abwassermeister und ein Quereinsteiger demnächst als Fachkraft für Abwasser (Ausbildung neben der Arbeit bis Jan. 26). Unsere Assistentin der Leitung arbeitete kurzzeitig Vollzeit und unterstützte dabei auch den techn.Bereich.
Ab Februar 2026 wird ein weiterer Quereinsteiger als technische Hilfskraft für den VEV arbeiten. Damit arbeiten dann zwar auf dem Papier 8 Personen für den Verband, effektiv aber nur 4,2 durch die beiden Teilzeitkräfte und die aktuell greifende Elternzeit.
Wichtige Aufgaben im laufenden Betrieb sind Instandhaltung und Erneuerung der Verbandsanlagen:
• im TW-Bereich 4 Tiefbrunnen, 7 Hochbehälter, 1 Pumpwerk, 2 Druckerhöhungsanlagen und ca. 1.800 Hauptwasserzähler,
• im AW-Bereich 1 Abwasserreinigungsanlage mit angeschlossener Klärschlamm-Vererdungsanlage und 6 Abwasserpumpwerke,
• im RW-Bereich 2 Stauraumkanäle,
• hinzu kommen für alle Bereiche rund 180 km Rohrnetz und ca. 2860 Schachtbauwerke.
Neben dem normalen Tagesgeschäft der Kontrolle und Steuerung, den Messungen und Laboranalysen, der Wartungen, dem Austauschen von Wasserzählern, Prüfen von Neubau-Installationen oder dem Einweisen von Baufirmen in notwendige Reparaturmaßnahmen und dem Prüfen und Anweisen von zu zahlenden Rechnungen, vergeht aber kaum eine Woche im Verbandsgebiet ohne Besonderheiten.
Damit im Störungsfall, auch nach Feierabend, am Wochenende und an Feiertagen eine schnelle Reaktion gewährleistet ist, gibt es eine ständige Rufbereitschaft. Der jeweilige Mitarbeiter ist über die "Notfallnummer 0177-8999007“ des VEV erreichbar, hat ein Dienstfahrzeug im Verbandsgebiet zur Verfügung und muss im Notfall sofort los. Dies ist seit Jahrzehnten anerkannte und bewährte Praxis.
Hier noch eine kurze Info zu den nachfolgenden Beiträgen von Trink-, Regen- und Schmutzwasser:
Ausschuss- und Vorstandsmitglieder achten sehr darauf, dass die festzusetzenden Beiträge und Rechnungen für Trink-, Regen- und Schmutzwasser an die Mitgliedskommunen, den jährlich aufzustellenden Wirtschaftsplan des VEV Adelebsen nahe der "schwarzen Null" halten (keine Gewinnerzielung).
Was die Räte der Kommunen von Ihnen an Gebühren verlangen, finden Sie auf der Homepage der Stadt Hardegsen bzw. auf der des Flecken Adelebsen.
Ab 2023 betrug die Umlage an die Stadt Hardegsen und den Flecken Adelebsen 3,58 €/m³. Ab 2026 beträgt der Beitrag an die beiden Kommunen 3,70 Euro/m³.
Es wird aber aktuell beim VEV auch beim Schmutzwasser über einen festen Grundbetrag und einen zugehörigen Kubikmeterpreis nachgedacht.
Der Flecken Adelebsen zahlte als Regenwasserbeitrag in 2024 pro Quadratmeter 0,13 € und 9,00 € je angefangene 100 m² und ab 2025 sind es 0,15 Euro/m² und 11 Euro/je angefangene 100 m².
Die Umlagekosten des VEV Adelebsen beim Trinkwasser an den Flecken Adelebsen lagen ab 2023 wegen der erheblich gestiegenen Kosten bei 2,90 €/m³, 2024 wurde moderat auf 2,98 €/m³ angepasst. Da die Kosten für Anlagen- und Leitungsbau weiter stiegen, beträgt die Umlage für den Flecken seit 2025 3,35 €/m³ netto. Der Grundbeitrag für das Trinkwasser blieb viele Jahre konstant bei 60,00 €/A. Seit 2021 liegt er bei 84 €/A (Standard-Zähler) alles zzgl. 7% USt.
Die Kostenumlage an den Flecken Adelebsen (für die Förder- und Transportkosten an den WBV Barterode, 45% Trinkwasser-Zulieferung) lagen in 2023 bei 1,40 €/m³, ab 2024 bei 1,42 €/m³ und ab 2025 bei 1,50 €/m³, jeweils zzgl. 7% USt.
Die Abnahmemengen beim Trinkwasser sind durch maßvollen Verbrauch sehr zurückgegangen. Die notwendigen Anlagen und das Rohr- und Leitungsnetz müssen allerdings in Gänze zur Ver- und Entsorgung für Sie erhalten bleiben.
Die Kosten blieben lange Jahre moderat, stiegen aber u.a. wegen Corona und durch die erhebliche Erhöhungen bei Material und Lohn stetig. Sanierungsstau ist zwingend zu vermeiden, damit Sie weiter eine sehr gute Wasser-Qualität von uns bekommen. Das Trinkwasser wird ständig kontrolliert und die Liste der zu beprobenden Stoffe wird jährlich länger und damit kostenintensiver.
Der Härtegrad liegt an der Grenze von weichem zu mittelhatem Wasser. Sie brauchen daher keinen Entkalker in Ihren Geräten.
Eingangs- und Ausgangsrechnungen werden bei uns im Hause bearbeitet. Die Buchhaltung des VEV Adelebsen wird seit langen Jahren von der Steuerberatungsgesellschaft HSBM GmbH Göttingen verdichtet und deren Wirtschaftsprüfer Herr Robert Menzel unterstützt uns in allen finanziellen Fachfragen.
Jährlich rückwirkend werden die Jahresabschlüsse des VEV Adelebsen vom Wasserverbandstag e.V. geprüft. Diese Prüfungen sind bisher alle zur vollsten Zufriedenheit der wechselnden Prüfer/innen ausgefallen.
Mein Team und ich tun alles dafür, dass es so bleibt.
Ihr Norbert Hille




